Click here to print text only.
Note that you can print just the text without the pictures.  But be sure to obtain
the necessary cultural information by looking at the photos and web links found only on this page.

Brief # 1
                                       Bayreuth, den 12. Juni

Lieber John,
    alles ist schön hier in Bayreuth. Ich wohne auf der Richard Wagner Strasse, nicht weit vom Marktplatz. Dort gibt es einen MacDonalds mit Bier und Wein. Einfach toll!
    Meine Gastfamilie ist sehr modern und tolerant.Es ist eine grosse Familie:die Grosseltern wohnen im Haus, und natürlich auch die Eltern.  Dazu gibt es einen Sohn und 2 Töchter. Der Sohn ist Student: er ist 19. Die Töchter sind klein: 7 und 5. Es gibt auch drei Hunde, eine Katze und einen Kanarienvogel. Der Vogel ist gelb und heisst Hansi. Er singt sehr laut.
Der Sohn ist jetzt mein Freund. Er heisst Thomas. Das ist, warum ich dir nicht mehr schreibe.
Mach's gut.
Mit vielen Grüssen
Karin

1. Woher kommt Karin?
2. Wo wohnt sie jetzt?
3. Wo wohnt John?
4. Was ist die Jahreszeit?
5. Wer ist Hansi?
6. Wer ist Thomas?
7. Was gibt es auf der Richard Wagner Strasse?  [es gibt: there is/ there are]
8. Wie ist die Gastfamilie von Karin?
9. Warum schreibt Karin John nicht mehr?
10. Was bedeutet [means] “mach’s gut”?

Zum Schreiben: Sie sind John: was sagen Sie?
 
Das ist Richard Wagner auf einer alten Postkarte. Und das ist eine alte Postkarte von Richard Wagners Haus.  Es steht auf der Richard Wagner Strasse.

Brief # 2
 
                                            München, den 8. September
Liebe Eltern,
    danke für das tolle Geburtstagsgeschenk.  So viel Geld!  Ihr seid so lieb!  Übermorgen hat meine Gastfamilie eine Party für mich, ich glaube etwa um 19h00.  Meine Freunde aus der Uni kommen.  Ich denke, sie bleiben bis Mitternacht oder bis 1h00.  Wir tanzen und singen und hören CDs.  Es macht nichts; die Grosseltern sind sehr alt und hören schlecht.
    O, Thomas ist nicht mehr mein Freund.  Im August war er in Italien, und jetzt hat er eine neue Freundin, eine Italienerin aus Rom. Sie heisst Anna Maria und ist 30 Jahre alt.  Thomas ist blöd.
    Ich schreibe aus München!  Es ist Oktoberfest - im September!  Diese Stadt liegt ein bisschen südlich von hier, etwa 3 Stunden mit dem Auto.  Unser Hotel ist ziemlich klein, aber es liegt praktisch - nur 2 Minuten zu Fuss bis zur Theresienwiese, wo alle Bierzelte stehen, und 15 Minuten mit der U-Bahn bis zum Stadtzentrum.  Das Wetter ist schlecht, es ist kalt und es regnet.  Man sagt, das ist typisch in Bayern im Herbst.  Wie ist es in Newark?
    Morgen sehen wir das Ratshaus mit dem Glockenspiel.  Vielleicht fahren wir auch in die Alpen und besuchen Neuschwanstein, ein Schloss von König Ludwig.  Es sieht aus wie das Disney Schloss.  Es gibt auch ein gutes Museum, das Deutsche Museum, aber das interessiert mich nicht.  Die Pinakothek interessiert mich auch nicht: Bilder sind viel zu langweilig.  Aber ins Hofbräuhaus gehen wir bestimmt.  Ich esse so gern Bratwurst.  Meine Gastfamilie sagt, im Hofbräuhaus sind nur Amerikaner und keine Deutschen.  Aber die Eltern sind so nett und tolerant.  Sie sagen nie "Nein."
    Morgen fahren wir nach Bayreuth zurück. Ich schicke bald Fotos.
Mit vielen lieben Grüssen und Küssen
Eure Karin
P.S.  Bitte, grüsst John von mir, wenn ihr ihn seht.

Hier ist eine Postkarte von Neuschwanstein!  Der Mann ist König Ludwig.
Und hier ist der Viktualienmarkt in München.  Man kann frisches Obst und Gemüse kaufen.
 
Herr Berger fotografiert gut, nicht?

1. Was ist Karins Geburtstagsgeschenk?
2. Wie feiert [celeberate] Karin Geburtstag?
3. Feiern die Grosseltern auch?
4. Warum ist Thomas nicht mehr Karins Freund?
5. Wie lange [for how long] war er der Freund von Karin?
6. Woher schreibt Karin?
7. Was feiert man in München?
8. Was ist die Jahreszeit?
9. Wie sind Karins Gasteltern ?
10. Warum schreibt Karin, “Bitte, grüsst [greet, say hello] John von mir...”?

Zum Schreiben:  Was lernen Sie über Deutschland?  über München? Sehen Sie bitte auch auf Seite 241 im Deutsch heute Buch!
Oktoberfest     Wetter    Wo liegt München?   Sehenswürdigkeiten? [sights]

Brief # 3a

                          Bayreuth, den 28. November

Liebe Mutti,
    bitte, sag nicht "Nein."  Bitte.  Schick mir doch eine Flugkarte. Ich möchte nach Hause kommen.  Hier feiert man Halloween, aber nicht Thanksgiving.  Thanksgiving war ein ganz normaler Tag an der Uni.  Ich möchte so gern Truthahn essen.  Mit Mais.  Und Preiselbeeren.  Und Kürbiskuchen.  Niemand isst in Bayreuth Süsskartoffeln.  Ich habe Heimweh.
    Sei lieb, schick mir eine Flugkarte.
                                                           Deine Karin

Warum hat Karin Heimweh?

Brief # 3b
                                                                Bayreuth, den 3. Dezember
Liebe, liebe Mutti,
    danke für den Telefonanruf.  Aber Papa hat nicht Recht.  Ich bin nicht verwöhnt.  Möchte er zum Mittagessen Gulasch?  Und zum Abendessen Rühreier?  Möchte er Pizza mit Messer und Gabel essen?  Möchte er Mineralwasser ohne Eiswürfel?  Ich glaube nicht.  Bitte sag ihm doch, ich möchte nach Hause fahren.   Sag ihm, ich habe Hunger.  Sag ihm, ich bin krank.  Sag ihm ich sterbe vielleicht.  (Nein, mach dir keine Sorgen, es ist nicht wahr.  Aber ich möchte, dass Papa die Flugkarte für mich kauft.)
                                                           Deine traurige Tochter
                                                           Karin

Was meinen Sie?  Ist Karin verwöhnt?  Hat Karins Vater Recht?

Zum Schreiben:
Meine liebe Tochter,
...
mit vielen Grüssen und Küssen
deine Mutti

Meine liebe Karin,
...
mit vielen Grüssen und Küssen
dein Papa

Brief # 4
                                      Nürnberg, den 23. Dezember

Liebe Eltern,
    Es tut mir Leid, dass ich so faul bin.  Ich soll öfter schreiben, ich weiss.  Aber ihr wisst, ich bin Studentin, und das heisst, ich habe viel Arbeit und wenig Geld.  Und ihr wart wirklich nicht sehr nett.  So teuer ist eine Flugkarte doch nicht.  Ich denke, sie kann kann nicht mehr als 500 Euros kosten.
Na ja, heute bin ich in Nürnberg mit Thomas.  Nürnberg liegt eine Stunde von Bayreuth entfernt.  Wir nehmen natürlich den Zug, denn es wird sehr kalt, und Thomas mag nicht auf Eis und Schnee fahren.  Er sagt, deutsches Wetter ist scheusslich.  Er verbringt die Weihnachtsferien in Deutschland -  seine Italienerin bringt er nicht mit, Gott sei dank!
Hier gibt es einen Christkindlmarkt.  Ihr solltet ihn sehen: er ist wunderbar.  Man sieht überall Schnee und Christbäume und Lichter, und man kann alles kaufen.  Ich möchte euch viele Geschenke kaufen.  Aber ich muss zuerst sehen, wieviel alles kostet.
    Thomas und ich essen Lebkuchen und trinken Glühwein.  Lebkuchen sind Kekse mit Honig und Gewürzen.  Glühwein ist warmer Rotwein mit Zimt.  Das schmeckt fabelhaft zusammen.  Wir sitzen in einem kleinen Café in der Fussgängerzone und  können den Markt und die Einkäufer sehen.  Es schneit.  O, ich sehe ein Paar Leute vom Fernsehen mit einer Kamera. Auf einem Wagen steht ZDF.  Thomas sagt, sie filmen den Markt. Thomas weiss so viel. Ich mag Thomas sehr gern.  (Ihr dürft nicht von Thomas sprechen, wenn ihr Johns Familie seht. Bitte vergesst das nicht.)
       So, jetzt wollen wir ein bisschen weiterspazieren. Es steht ein Musiker mit einer Ziehharmonka an der Ecke und singt ein Weihnachtslied: Leise rieselt der Schnee. Kennt ihr das Lied?  Um 21h00 fahren wir zurück nach Bayreuth. Der Bahnhof ist nicht weit von der Richard Wagner Strasse.
    Bitte, ruft mich zu Weihnachten an. (Nein danke, ich will nicht zu Weihnachten nach Hause kommen. Thomas möchte mich nach Berlin in die Oper einladen. Da spielt eine italienische Oper von Puccini.  Er sagt, sie ist gut. Thomas versteht viel von Musik.)
                            Frohe Weihnachten und viele Küsse von
                            Eurer Karin
P.s. wie immer, ein paar Fotos für euch.  Schön, nicht?  Ihr könnt auch den Markt im Web besuchen.
 


Zum Schreiben:
Sie sind Karins Eltern.  Schreiben Sie einen Brief an Ihre Tochter.

Brief # 5 Bitte auch Seite 170 im Deutsch heute Buch lesen!
                                           Wien, den 30. Februar

Liebe Martina,
    danke für die Adresse von der Jugendherberge. Sie liegt ganz praktisch und kostet nicht viel. Ich bin froh, dass du mich verstehst.  Frauen verstehen solche Sachen, nicht wahr? Ich muss ein bisschen allein sein.
    Wien gefällt mir gut. Gefällt dir diese Postkarte?  Sie zeigt Grinzig, das Weinviertel von Wien. Diese Stadt ist viel grösser als Bayreuth, aber weisst du was? Hier spricht man auch immer von Musik, Musik, Musik. Ich habe Musik gern, aber zu viel Kultur wird langweilig. In Bayreuth höre ich über Wagner und Liszt. Hier ist es Mozart, Beethoven und Brahms. Gott sei Dank gibt es auch Rockkonzerte.
    Ich suche einen Job, weil meine Eltern eine Wut auf mich haben.  Wenn du Bergers siehst, bitte sag ihnen "Grüss Gott" von mir.  Ich hoffe, dass ich zu Ostern wieder in Bayreuth sein kann.
                                                     Herzlichst
                                                     Deine Karin

Hier ist ein Foto von Wien für dich.
Und hier ist, wo ich arbeite.

Brief # 6a

                                               Wien, den 29. Februar
Lieber John,
     ich weiss, dass du heute Geburtstag hast, und ich weiss, dass du nur alle vier Jahre richtig Geburtstag feiern kannst. Und es war sehr nett von deinen Eltern dir eine Flugkarte nach München zu kaufen. Aber bitte besuche mich nicht, wenn du nach Deutschland fährst. Ich gehöre dir nicht, das verstehst du hoffentlich.
    Du willst es mir nicht glauben, aber ich wohne seit einem Monat nicht mehr in Bayreuth. Wie du siehst, schreibe ich dir aus Wien. Ich wohne in einer Jugendherberge. Meine Bayreuther Gastfamilie meint, dass ich nicht gut für Thomas bin. Thomas ist ein grosses Baby.
    Wien ist natürlich sehr gross und sehr teuer. Ich habe einen kleinen Job bei einem Café. Ich muss die Tassen und Gläser und Löffel waschen. Wenn ich gut arbeite, verdiene ich an einem Tag 20 Euro Trinkgeld. Es gefällt mir ganz gut, aber von dieser Arbeit werde ich nicht reich.
    Auf Wiedersehen, John. Schreib mir ab und zu, aber komm nicht.
 Mit herzlichen Grüssen
 Karin

Brief # 6b
                                                     Wien, den 7, März
Lieber Thomas,
     warum fragst du mich, mit wem ich wohne? Was glaubst du denn? Ich bin nicht nur fleissig, sondern auch selbstständig. Bitte grüsse deine liebe Familie von mir. Ich schreibe ihnen auch bald einen Brief.
Mit herzlichen Grüssen
Karin
P.S. Wie lange bleibt Anna Maria noch bei euch?
P.P.S.  Was macht Hansi?

Brief # 7
                                                             Wien, den 7, März
Lieber Herr und Frau Berger,
    zuerst möchte ich mich bei Ihnen entschuldigen. Es war nicht nett von mir.  Hansi war nur schnell aus seinem Käfig, nur ein Paar Sekunden, ich schwöre es.  Ich denke, es ist nicht gut für einen Vogel, wenn er immer nur herumsitzt und singt. Er soll ein bisschen Spass haben und im Zimmer herumfliegen. Natürlich weiss ich, dass Hansi Thomas' Lieblingstier ist. Ich weiss, er mag ihn sehr gern.  Aber Hansi ist nicht tot, und schliesslich ist die Katze Schuld daran, nicht wahr?  (Anna Maria ist auch Schuld daran. Sie singt immer italienische Arien und geht mir auf die Nerven.)
    Zweitens möchte ich Ihnen recht herzlich danken. Sie sind wirklich sehr grosszügig.  Ich möchte gern wieder bei Ihnen wohnen. Wann darf ich kommen?  Hoffentlich bald, weil das Sommersemester nächste Woche anfängt. Ich verspreche, dass ich nie wieder so laut schreie. Und ich lasse Hansi und die Katze in Ruhe, und vor allem gebe ich keine Partys mehr. Wenn ich so etwas wieder mache, können Sie mich wieder aus dem Haus werfen. Geht das?
    Ich weiss noch nicht, wohin ich in den Osterferien fahre. Zwei von meinen österreichischen Freunden fahren mit dem Schiff in die Türkei. Einer fährt mit dem Rad in die Berge. Für mich ist die Schiffahrt zu teuer und die Radtour zu schwer und anstregend. Darf ich bei Ihnen bleiben? Geht das?
Mit freundlichen Grüssen
Ihre Karin

Brief # 8
Bayreuth, den 30. April 

Liebe Eltern,
        eine kleine Frage: wie lange soll ich ohne Geld leben? Bergers denken wieder, dass ich nett und lieb bin. Aber ihr habt immer noch eine Wut auf mich.
        Ostern in Bayreuth war sehr schön. In den Konditoreien gibt es zu dieser Zeit wunderbare Sachen aus Schokolade: Eier, Vögelchen und Häschen. (Hier ist ein Foto von einem Schaufenster.  Ich kann euch nichts schicken.  Ihr wisst, warum.)  Alles ist schön mit Blumen dekoriert. Und am Montag nach Ostern - am Ostermontag - haben alle frei.  Nicht schlecht. So war es auch am 26. Dezember: das ist in Deutschland auch ein Feiertag.  Überhaupt gibt es viele Ferientage hier. Das gefällt mir natürlich gut. Freunde von mir haben eine Webseite über Ostern in Deutschland gemacht. Schaut doch mal rein!
    Könnt ihr glauben, dass ich schon fast ein Jahr hier bin?  Wenn ich wieder in Newark bin, gehe ich sofort zur Uni. Deutsch ist jetzt mein Hauptfach. Und vielleicht ist Musik mein Nebenfach. Ich bin nicht sicher. Ich nehme Singstunden von einem Italiener hier an der Uni.  Er heisst Enrico. Ich bezahle nichts für den Unterricht, weil Enrico glaubt, dass ich viel Talent habe. Seid ihr nicht stolz auf mich?
    Bergers machen Pläne für den Sommerurlaub. Sie fahren wahrscheinlich nach Spanien, und haben mich eingeladen. Ich bin nicht sicher: soll ich mitfahren oder soll ich hier bleiben und Musik üben? Bergers sagen, sie geben mir ein bisschen Taschengeld, wenn ich auf die Tiere aufpasse. (Sie geben mir auch ein bisschen Taschengeld, wenn ich nach Spanien mitfahre.  Sie sind cool.)  Was meint ihr?
    [Noch ein Paar Zeilen an meine Schwester: Kristin, ich will dir nicht sagen, was du tun sollst, aber ich glaube, du musst schon ein bisschen Deutsch lernen, bevor du kommst. Es ist nicht wahr, dass alle Deutschen Englisch sprechen. Warum schicken dich Papa und Mutti zu mir?  Glauben sie, dass du mich beeinflussen kannst, nur weil du älter bist und immer gute Noten hast? Na ja, bring mir Geld mit, wenn du kommen musst.]
Viele Grüsse und Küsse
Eure Karin